Initiative Sellnergasse

Gründungsjahr: 2018

Worum geht es?

Es geht um ein sehr großes Bauprojekt direkt neben dem Schloss Gainfarn, auf einem Grundstück, welches von der Hauptstraße, dem „Treppenweg“, der Oberkirchengasse und der Sellnergasse umschlossen wird.

Was ist das Vorhaben?

Es sollen etwa 5 bis 6 Wohnblocks mit je 10 bis 12 Wohnungen gebaut werden. Über 100 Parkplätze sind (verpflichtend) geplant. Die Bauhöhe soll 9 bis 10 Meter betragen, das heißt es können drei Geschoße zuzüglich Dachgeschoß gebaut werden. 35% soll die Baudichte sein, hier nicht eingerechnet sind etwa die Verbindungswege, welche für Infrastruktur, Ein- und Ausfahrten und Einsatzfahrzeuge notwendig werden. Die Sellnergasse soll verbreitert und in beide Richtungen befahrbar werden.

Die Siedlungsgrenze soll für das Bauprojekt verschoben werden, sodass mehr Baugrund entsteht. Aufgrund des Biosphärenparks ergibt sich eine Siedlungsgrenze, welche das Grundstück durchläuft und bis jetzt nicht gestattet dieses zur Gänze zu verbauen. Der Stadtrat hat leider bereits am 6. Dezember 2018 mit den Stimmen von Liste Flammer und SPÖ für ein diesbezügliches Ansuchen beim Land NÖ gestimmt.

Wie ist es jetzt?

Die Liegenschaft liegt derzeit in der Schutzzone V05. Sie ist teilweise als Bauland gewidmet, ein Teil ist aber noch Aufschließungszone. Im als Bauland gewidmeten Teil darf derzeit nur 6 bis 7 Meter hoch gebaut werden. Für die Aufschließungszone kann die Stadtgemeinde daher die Bebauungsbedingungen für die Freigabe festlegen. Die Stadtgemeinde scheint dem Riesenprojekt allerdings auch noch entgegenzukommen, wenn man den neu vorgelegten Raumordnungsplan betrachtet.

Das Grundstück weist einen stark ausgeprägten Grüncharakter mit beeindruckender Altbaumstruktur auf. Es grenzt an die sensible Kurzone. Die gesamte westliche Seite grenzt an den Gainfarner Schlossgarten mit seiner ausgedehnten historischen Gartenanlage, welche als Bodendenkmal ausgewiesen ist. Diese grenzt also in der gesamten Länge von etwa 140 m an den „Baugrund“. Das Gainfarner Schloss hat die höchste in Österreich mögliche Denkmalstufe! Ebenso angrenzend sind einige denkmalgeschützte Villen der zweithöchsten Schutzkategorie - auch hier ausgeprägte Gartenanteile samt Altbaumstruktur, die einen parkähnlichen Charakter aufweisen.

Was bringt das Bauprojekt mit sich?
  • Enorme Versiegelung, da etwa die Verbindungswege- bzw. Straßen nicht zu den verbauten Prozenten zählen, also noch hinzukommen.
  • Enormes zusätzliches Verkehrsaufkommen für Sellnergasse, Florastraße, Oberkirchengasse, Wasserleitungsgasse, Mühlgasse, Johann Strauß-Straße, ...
  • Massiven Eingriff in Struktur und Charakter der Umgebung. Grün-Eindruck wird vollkommen verschwinden, weil tausende Quadratmeter versiegelt werden sollen.
  • Die Rehe werden hier im Frühling nicht mehr ihre Kitze bekommen.
Was fordern wir?
  • Die jetzige Bebauungshöhe von 6 bis 7 Metern (zuzüglich Dachgeschoß) ist beizubehalten bzw. auch in der Aufschließungszone von der Stadtgemeinde neu festzulegen. Keinesfalls darf, wie im neuen Raumordnungsplan vorgesehen, die Bauhöhe auf 9 bis 10 Meter (plus Dachgeschoß) hinaufgesetzt werden.
  • Im neuen Bebauungsplan ist ein Frei- und Grünflächenanteil zu sichern. Damit nicht maximal versiegelt werden darf.
  • Die jetzige Siedlungsgrenze ist beizubehalten, um eine maximale Bebauung keinesfalls zu gestatten und den Biosphärenpark zu respektieren.
  • Maßvolles Bauen und Redimensionierung durch mindestens die Halbierung des geplanten Projekts.

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